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Hilfe bei der Vorbeugung von viralen Atemwegsinfektionen

Von Eric Madrid, MD

In diesem Artikel:


Der „grippale Infekt“ ist die häufigste Infektion, der man begegnen kann. Es gibt mehr als 220 virale Erregerstämme, die Erkältungssymptome verursachen können. Das Rhinovirus ist am häufigsten und verantwortlich für 50 % aller Infektionen. Das Coronavirus liegt knapp auf Platz 2 und verursacht laut einer Studie aus dem Jahre 2012 im Journal of Virology 15 bis 30 % aller Erkältungen.

Sowohl SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) und MERS (Middle East Respiratory Syndrome) sind virale Stämme des Coronavirus. Vom COVID-19 dass es ebenso ansteckend und gefährlich ist.

Häufige Erkältungssymptome sind Husten, eine laufende Nase, Fieber, Halsschmerzen, Atemnot und Erschöpfung. Der COVID-19 -Stamm  kann zu einer Lungenentzündung, Atemversagen und sogar zum Tode führen. Antibiotika töten Bakterien ab, allerdings keine Viren. Dies macht die Vorbeugung einer Infektion und im Falle einer Ansteckung die Behandlung der Symptome ausschlaggebend. 

Tausende wurden weltweit mit dem COVID-19 -Stamm infiziert. Mehr als einhundert Patienten starben. Internationale Reisen mit Flugzeugen und Zügen sorgen für Ansteckungsängste.

Einfache Strategien zur Stärkung des Immunsystems und der Vorbeugung einer Virenübertragung:

  • Häufiges Händewaschen mit antimikrobieller Seife und warmen Wasser
  • Wenn Sie Husten haben, husten Sie in Ihren Ärmel und nicht in die Hand 
  • Benutzen Sie Ihre Knöchel anstatt Ihren Fingerspitzen zum Öffnen von Türen oder für Knöpfe im Aufzug
  • Tragen Sie eine Gesichtsmaske, wenn Sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen
  • Bleiben Sie gut hydriert
  • Ernähren Sie sich von Nahrungsmitteln, die reich an Antioxidantien sind (Obst, Gemüse)
  • Verringern Sie Ihren Konsum von Zucker und verarbeiteten Lebensmitteln

Die folgenden Ergänzungsmittel könnten ebenfalls hilfreich zur Vorbeugung viraler Infektionen und zur Bekämpfung von Erkältungssymptomen sein. Anmerkung: Wir machen keine spezifischen Aussagen über die Vorbeugung der Verbreitung des COVID-19, nur über Vireninfektionen im Allgemeinen.

Vitamin D

In meiner Praxis in Südkalifornien leiden 80 Prozent aller Patienten unter Vitamin-D-Mangel. Dies tritt bei weniger sonnigem Wetter häufiger auf. Ich empfehle meinen Patienten regelmäßig, mit Vitamin D zu ergänzen.

Eine Studie im International Journal of Environmental Research and Public Health aus dem Jahre 2019 kam zu dem Schluss, dass Personen mit mehr Vitamin D im Blut einem geringeren Risiko auf Infektionen der oberen Atemwege ausgesetzt waren, als Personen mit weniger Vitamin D im Blut. 

In einer Studie aus dem Jahre 2017 im British Medical Journal untersuchten Forscher 25 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 11.321 Teilnehmern im Alter vom Säuglingsalter bis 95 Jahren. 

Insgesamt reduzierte die Ergänzung mit Vitamin D das Risiko auf eine Infektion der oberen Atemwege um 12 Prozent. Diejenigen mit Vitamin-D-Blutwerten unter 25 nmol/L (10 ng/dl) bemerkten die stärkste Wirkung und beobachteten bei Einnnahme von Ergänzungsmitteln eine Reduzierung der Infektionsrate um 70 %. Bei Patienten mit Vitamin-D-Blutwerten über 25 nmol/L (10 ng/dl) wurde eine Reduzierung von Atemwegsinfektionen um 25 % beobachtet.

Empfohlene Dosierung: 1.000–2.000 IE für Kinder und 2.000 bis 5.000 IE am Tag für Erwachsene.

Zink

Mit zunehmenden Alter kann die Absorption von wichtigen Mineralstoffen wie Zink beeinträchtigt werden. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass es bis zu einem Drittel der Weltbevölkerung an Zink mangelt. Zusätzlich dazu können der unzureichende Verzehr von zinkreichen Nahrungsmitteln oder regelmäßige Konsum von Alkohol ebenfalls chronisch niedrige Zinkwerte verursachen. Zinkmangel wird mit einem erhöhten Infektionsrisiko sowie anderen Problemen in Verbindung gebracht.

Eine Studie aus dem Jahre 2016 im British Journal of Clinical Pharmacology kam zu dem Schluss, dass „Patienten mit grippalen Infekten dazu motiviert werden könnten, Zink-Lutschtabletten zur Behandlung ihrer Erkältungen einzunehmen“, während eine Studie aus dem Jahre 2017 feststellte, dass „Patienten mit grippalen Infekten angewiesen werden könnten, Zink-Lutschtabletten innerhalb von 24 Stunden nach dem Beginn der Symptome einzunehmen.“ 

Eine weitere Studie, ebenfalls aus dem Jahre 2017, zeigte, dass sowohl Lutschtabletten mit Zinkgluconat als auch mit Zinkacetat gleichwertige Wirkung zeigen. 

Zu guter Letzt kam eine Studie aus dem Jahre 2018 im Journal of Immunology Research zu dem Schluss, dass Zinkmangel das Immunsystem sogar schwächen könnte und zinkabhängige Proteine benötigt werden, um eine optimale Immunreaktion gegen eindringende Krankheitserreger zu erzielen.

Empfohlene Dosierung: Zink-Lutschtabletten, 30 mg wie auf dem Etikett angegeben. Auch als Kapseln und in Multivitaminpräparaten erhältlich.

Holunder

Hinweis: Obwohl Holunderbeere bei der Vorbeugung gegen Grippe hilfreich zu sein scheint, legen einige Hinweise nahe, dass sie NICHT zur Vorbeugung oder Behandlung von COVID-19 eingesetzt werden sollte.

Holunder (Sambucus sp.), eine Blütenpflanze, wurde von Urbevölkerungen auf der ganzen Welt für Hunderte von Jahren für medizinische Zwecke verwendet. In den letzten Jahren nahm die Beliebtheit von Holunder zu. Man sagt, dass die Ureinwohner Amerikas Holunder zur Behandlung von zahlreichen Infektionen und von Fieber verwendet haben. 

Eine Studie aus dem Jahre 2016 zeigte, dass Holunder die Dauer von Erkältungssymptomen bei Luftreisenden verkürzen konnte. 

Eine Studie aus dem Jahre 2019 in Complementary Therapies in Medicine untersuchte 180 Testpersonen.

Sie fanden heraus, dass Holunder die Symptome einer Infektion der oberen Atemwege deutlich lindern konnte. Sie kamen zu dem Schluss, dass „diese Funde eine Alternative gegenüber der Fehlanwendung von Antibiotika zur Behandlung von durch Viren verursachten Infektionen der oberen Atemwege sowie eine möglicherweise sicherere Alternative zu verschreibungspflichtigen Medikamenten für Routinefälle von grippalen Infekten und Gruppen darstellen.“

Schließlich zeigten Studien aus den Jahren 2001 und 2002 die stärkende Wirkung von Holunder auf das Immunsystem. Dies ist der Schlüssel zur Bekämpfung von Infektionen aller Art. Zusätzlich befand eine Studie aus dem Jahre 2012, dass konzentrierter Holundersaft eine positive Wirkung hat, indem er die Reaktion des Immunsystems stimuliert, was viralen Infektionen vorbeugt. 

Holunder ist als Ergänzungsmittel, Sirup, Weingummi und Lutschtablette erhältlich.

Zusätzliche Ergänzungsmittel

Andere Ergänzungsmittel, die hilfreich sein könnten, sind Vitamin C und Probiotika , während die ätherischen Öle Rosmarin, Pfefferminz, und Eukalyptus die Symptome einer Erkältung lindern können.

Quellen:

  1. A Human Coronavirus Responsible for the Common Cold Massively Kills Dendritic Cells but Not Monocytes, Journal of Virology Jun 2012, 86 (14) 7577 7587; DOI: 10.1128/JVI.00269-12
  2.  Pham H, Rahman A, Majidi A, Waterhouse M, Neale RE. Acute Respiratory Tract Infection and 25-Hydroxyvitamin D Concentration: A Systematic Review and Meta-Analysis. Int J Environ Res Public Health. 2019;16(17):3020. Published 2019 Aug 21. doi:10.3390/ijerph16173020
  3. Martineau Adrian R, Jolliffe David A, Hooper Richard L, Greenberg Lauren, Aloia John F, Bergman Peter et al. Vitamin D supplementation to prevent acute respiratory tract infections: systematic review and meta-analysis of individual participant data BMJ 2017; 356 :i6583
  4.  https://www.who.int/whr/2002/chapter4/en/index3.html
  5. Hemilä, H., Petrus, E. J., Fitzgerald, J. T., and Prasad, A. (2016) Zinc acetate lozenges for treating the common cold: an individual patient data meta-analysis. Br J Clin Pharmacol, 82: 1393–1398. doi: 10.1111/bcp.13057.
  6. Hemilä H, Fitzgerald JT, Petrus EJ, Prasad A. Zinc Acetate Lozenges May Improve the Recovery Rate of Common Cold Patients: An Individual Patient Data Meta-Analysis. Open Forum Infectious Diseases. 2017;4(2):ofx059. doi:10.1093/ofid/ofx059.
  7. J Immunol Res. 2018 Oct 17;2018:4315140. doi: 10.1155/2018/4315140. eCollection 2018.
  8. Nutrients. 2016 Mar 24;8(4):182. doi: 10.3390/nu8040182.
  9. Eur Cytokine Netw. 2001 Apr-Jun;12(2):290-6.
  10. Isr Med Assoc J. 2002 Nov;4(11 Suppl):919-22.
  11. Biosci Biotechnol Biochem. 2012;76(9):1633-8. Epub 2012 Sep 7.

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