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Gesundheitszustände

Omega-3, Vitamin B und Alzheimer

14 August 2017

Das menschliche Gehirn ist ein wunderbar komplexes System, das eine breite Palette von Nährstoffen benötigt, um richtig zu funktionieren. Intelligenz, Gedächtnis, Verhalten und Konzentration werden alle durch die richtige Hirnnahrung beeinflusst. Jung oder alt, unser Ernährungsstatus spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie gut unser Gehirn funktioniert.

Eines der Probleme der medizinischen Forschung ist die Besessenheit, die Auswirkungen einzelner Faktoren und deren Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu identifizieren. Wenn es um Ernährung und das Gehirn geht, ist diese Art von Forschungslinie ein alberner Ansatz. Eine Studie der Oxford University betont, wie wichtig das Zusammenspiel von nur zwei wichtigen Gehirnnährstoffen ist - Omega 3-Fettsäuren und B-Vitamine - und ihre Fähigkeit zu sehen, altersbedingten psychischen Rückgang zu verhindern. 

Gehirnnahrung

Umfangreiche wissenschaftliche Beweise haben gezeigt, dass Intelligenz, Gedächtnis, Verhalten und Konzentration alle von der richtigen Gehirnnahrung beeinflusst werden. Aber diese Forschung hat größtenteils einzelne Faktoren und nicht ihre Wechselwirkungen betrachtet. In einer Studie, die 2014 von der Abteilung für klinische Neurowissenschaften in Oxford durchgeführt wurde, nahmen 156 ältere Patienten teil, die eine leichte kognitive Beeinträchtigung und ein hohes Risiko für Demenz und Alzheimer hatten. Die Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt: eine Gruppe nahm täglich Nahrungsergänzungsmittel mit 800 mcg Folsäure, 20 mg Vitamin B6 und 500 mcg Vitamin B12; die andere Gruppe bekam Placebos.

Vor der Studie und während der Testphase nutzten die Forscher Magnetresonanztomographie (MRT), um den Atrophiegrad der grauen Substanz im Gehirn zu messen. Atrophierende (schrumpfende) graue Substanz ist ein Zeichen für die Progression von Alzheimer und anderen Formen der Demenz. 

Nach Abschluss der zweijährigen Studie fanden Forscher heraus, dass diejenigen, die Nahrungsergänzungsmittel erhielten, etwa sieben Mal weniger an Atrophie der grauen Substanz litten als die Placebo-Gruppe. In der Studie wurde auch nachgewiesen, dass diejenigen, deren graue Substanz am schnellsten geschrumpft war, einen höheren Homocystein-Spiegel aufwiesen und, dass diejenigen mit einem höheren Homocystein-Spiegel den größten Nutzen aus der Vitamin B-Supplementierung zogen.

In ihrer Schlussfolgerung erklärten die Forscher: "Unsere Ergebnisse zeigen, dass die B-Vitamin-Supplementierung die Atrophie spezifischer Hirnregionen verlangsamen kann, die eine Schlüsselkomponente des Krankheitsverlaufs von Alzheimer darstellen und die mit dem kognitiven Rückgang verbunden sind." 

Ein weiterer wichtiger Ernährungsfaktor für die richtige Gehirnfunktion sind die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, die in Fisch und Fischölnahrungsergänzungsmitteln enthalten sind. Die Bedeutung von Omega-3-Fettsäuren für die Gehirnfunktion steht mit ihrer Rolle bei der Phospholipidzusammensetzung der Nervenzellmembranen im Zusammenhang. Studien haben gezeigt, dass EPA und DHA Folgendes beeinflussen: 

  • Die Fluidität der Hirnzellmembranen.
  • Die Neurotransmittersynthese.
  • Die Neurotransmitterbindung.
  • Die Signalübertragung.
  • Die Aktivität von Schlüsselenzymen, die Neurotransmitter wie Serotonin, Epinephrin, Dopamin und Norepinephrin abbauen.

Klinische Studien mit ergänzender EPA + DHA aus Fischölen bei Patienten mit einer Vielzahl von psychologischen Zuständen, einschließlich einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADD) und Depression bestätigen die Bedeutung der Ergänzung zur Erhöhung der EPA + DHA-Spiegel. Fischöle scheinen auch wichtig beim Schutz gegen altersbedingten psychischen Rückgang und Alzheimer zu sein.

Die Vorteile von Vitamin B steigern

Während die Forschung bereits festgestellt hat, dass Vitamin B-Präparate und Omega-3-Fettsäuren eine Verlangsamung des psychischen Rückgangs bei älteren Menschen mit Gedächtnisproblemen unterstützen können, wurde die Interaktion zwischen diesen beiden Ernährungsansätzen weniger untersucht. Ein internationales Team unter der Leitung der Oxford University und United Arab Emirates University fand heraus, dass ein höherer Omega-3-Fettsäurespiegel im Gehirn die Vorteile von B-Vitaminen bei leichter kognitiver Funktion steigert.

Das Team untersuchte mehr als 250 Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (LKB) in Oxford. LKB spiegelt eine Zwischenstufe zwischen dem erwarteten kognitiven Rückgang der normalen Alterung und dem ernsteren Abfall bei Demenz wider. Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung können Probleme mit Gedächtnis, Sprache, Denken und Urteilen haben, aber in der Regel nicht soweit, dass sie erhebliche Probleme in ihrem täglichen Leben und üblichen Aktivitäten verursachen. 

Eine leichte kognitive Beeinträchtigung kann das Risiko eines späteren Fortschreitens von Alzheimer oder einer anderen Demenz erhöhen, aber nicht jeder mit LKB wird dement. 

Zu Beginn der Studie erhielt jede Person eine Reihe von Tests, um ihre Kognition zu messen, sowie eine Blutprobe, um den Spiegel der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA in ihrem Blut zu bestimmen. Die Teilnehmer wurden in zwei zufällig ausgewählte Gruppen aufgeteilt, die entweder eine Vitamin B-Supplementierung oder eine Placebo-Pille über zwei Jahre erhielten. Ihre kognitive Leistung wurde ebenfalls gemessen und die Ergebnisse mit den Baseline-Befunden zu Beginn der Studie verglichen. 

Die Forscher fanden heraus dass die B-Vitamin-Supplementierung bei Menschen mit niedrigem EPA + DHA-Spiegel wenig bis gar keine Wirkung zeigte. Aber bei denjenigen mit einem hohen EPA + DHA -Ausgangswert waren die B-Vitamine bei der Vermeidung des kognitiven Rückgang im Vergleich zum Placebo sehr wirksam. Diese Ergebnisse sind wegweisend, weil sie eine klare Interaktion zeigen und, dass B-Vitamine den Grad der Gehirnatrophie bei LKB nur bei denjenigen verlangsamen, die einen guten EPA + DHA-Spiegel haben. 

Das Forscherteam gestaltet jetzt eine Studie, um die Kombination von B-Vitaminen und EPA + DHA bei der Verlangsamung der Entwicklung von LKB zu Alzheimer tatsächlich zu testen.

Wichtige Ernährungsfaktoren:

Hier ist etwas, das Menschen unbedingt wissen sollten. Medikamente verbessern die LKB nicht. In einer systematischen Überprüfung, die durch das Drug Efficacy and Safety Network des kanadischen Instituts für Gesundheitsforschung finanziert wurde, wurde anhand von acht randomisierten klinischen Studien und 3 Begleitberichten die Sicherheit und Wirksamkeit verschiedener Medikamente bei leichter kognitiver Beeinträchtigung bewertet, die als "kognitive Enhancer" bezeichnet werden (Donepezil [Aricept], Rivastigmin [Exelon], Galantamin [Razadyne] oder Memantine [Nemenda]). 

Ergebnisse zeigten, dass diese Medikamente die Kognition oder Funktion bei Patienten mit LKB NICHT verbessert haben und mit einem höheren Risiko von Nebenwirkungen, vor allem Übelkeit, Durchfall und Erbrechen als bei Placebo verbunden sind. Forscher zogen die Schlußfolgerung dass "unsere Ergebnisse die Verwendung von kognitiven Enhancern bei einer leichten kognitiven Beeinträchtigung nicht unterstützen."

 Unterm Strich ist das wichtigste Ziel zur Steigerung der Gehirnfunktion, das Gehirn in "Supernahrung" zu baden, da zahlreiche Studien gezeigt haben, dass die Gehirnfunktion direkt mit dem Ernährungszustand zusammenhängt. Einfach ausgedrückt entspricht ein hoher Ernährungszustand einer höheren geistigen Funktion.

 Die wichtigsten Ernährungsfaktoren, die das Risiko von Demenz und Alzheimer gemäß Populationsstudien reduzieren, sind ein höherer Fisch- (und Omega-3-Fettsäurenkonsum), monoungesättigte Fettsäuren (vorwiegend aus Olivenöl), leichter bis mittelschwerer Alkoholkonsum (vor allem Rotwein) und ein erhöhter nicht stärkehaltiger Gemüse- und Obstkonsum. Eine Kombination aller dieser Faktoren wird wahrscheinlich im Gegensatz zu nur einem Ernährungsfaktor den höchsten Grad an Schutz bieten. 

Besonders hilfreiche Nahrungsmittel sind Heidelbeeren oder Heidelbeerextrakte. Bei Tierversuchen haben Forscher festgestellt, dass Heidelbeeren dabei helfen, das Gehirn vor oxidativem Stress und Gedächtnisverlust zu schützen. 

Neben der Einnahme einer hochwirksamen Vitamin und Mineralienmehrfachformel  macht es Sinn, 1.000 - 3.000 mg EPA und DHA (in Kombination) aus qualitativem Fischöl zu ergänzen, um das Gehirn mit Supernahrung zu versorgen. Höhere Einnahmen dieser Omega-3-Fettsäuren sind mit höheren Stimmungs- und mentalen Funktionswerten verbunden. 

Wenn Symptome der geistigen Verschlechterung bei einer Person von 50+ definitiv vorhanden sind, würde ich die Einnahme von Phosphatidylserin (PS) empfehlen. Phosphatidylserin (PS) ist ein entscheidender Nährstoff für jeden mit einer beeinträchtigten geistigen Funktion. PS spielt eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Integrität und Fluidität von Hirnzellmembranen. Über ein Dutzend doppelblinder Studien hat ergeben, dass PS dazu beitragen kann, die mentale Funktion, Stimmung und Verhalten bei Patienten mit degenerativen Hirnstörungen zu verbessern. Die empfohlene Dosierung beträgt dreimal täglich 100 mg. 

Quellen:

  1. Douaud G, Refsum H, De Jager C, Jacoby R, Nichols T,  Smith S, and Smith D. Preventing Alzheimer’s disease-related gray matter atrophy by B-vitamin treatment. Proc Natl Acad Sci. 2013 Jun 4; 110(23): 9523–9528.
  2. Oulhaj A, Jernerén F, Refsum H, Smith AD, de Jager CA. Omega-3 Fatty Acid Status Enhances the Prevention of Cognitive Decline by B Vitamins in Mild Cognitive Impairment. J Alzheimers Dis. 2016 Jan 6;50(2):547-57.

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