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Fischöl vs. Krillöl: Was ist die bessere Wahl für Sie?

Dr. Eric Madrid, MD

In diesem Artikel:

Es herrscht viel Verwirrung hinsichtlich der gesundheitlichen Vorteile von Fischöl und Krillöl. Viele fragen sich, ob es einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden gibt und, ob eines der Öle mehr Vorteile mit sich bringt als das andere.

Sowohl Fischöl als auch Krillöl enthalten Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Docosahexaensäure (DHA) und Eicosapentaensäure (EPA). Diese essentiellen Fettsäuren können helfen, die Triglyceridwerte zu senken und bei Arthritispatienten Schmerz und Entzündung zu reduzieren.

  • Docosahexaensäure (DHA) ist eine Omega-3-Fettsäure, die einen großen Bestandteil des menschlichen Gehirns, der Haut und des Auges ausmacht. Obwohl sie wichtig ist, betrachtet man sie nicht als „essentiell“, da der Körper sie selbst herstellen kann, wenn Säure (ALA) über die Nahrung aufgenommen wird.
  • Eicosapentaensäure (EPA; oder Icosapentaensäure) kommt häufig in Fischöl, Krillöl und Eiern (vorausgesetzt die Hühner wurden mit EPA-haltiger Nahrung gefüttert) vor. 

In einer Studie aus dem Jahr 2016 stellte man fest, dass die DHA-/EPA-Werte im Blut bei Patienten, die über einen Zeitraum von 4 Wochen äquivalente Dosierungen Fisch- und Krillöl erhalten hatten, auf ähnliche Weise anstiegen.   

Bezugsquellen für DHA und EPA

Es ist einleuchtend, dass Fischöl aus Fisch gewonnen wird. Üblicherweise stammt kommerzielles Fischöl vom Thunfisch, Hering und von Sardinen. Bei der Extraktion hat Fischöl in der Regel eine weiße oder gelbe Farbe. Alles in allem verfügt es über geringe antioxidative Eigenschaften. Das heißt, es wirkt nicht so gut wie ein Antioxidans. Beim Verzehr wird es dem Körper in Form eines Triacylglycerids (TAG) zugeführt. Fischöl kommerzieller Qualität muss zur Entfernung potenziell enthaltener Schwermetalle einen zusätzlichen Reinigungsprozess durchlaufen.

Ebenso stammt Krillöl vom Krill, einem Krustentier, das man im Gebiet der Antarktis sammelt. Krille ernähren sich von Phytoplankton und Meeresalgen. Sie befinden sich am unteren Ende der Nahrungskette. Aus diesem Grund sind Krille in ihrem natürlichen Lebensraum wenig bis gar keinen Schwermetallen ausgesetzt. Daher ist keine zusätzliche Reinigung erforderlich.

Der Krill ist ein kleines, rotes, hummerartiges Tier, das im südlichen Atlantischen Ozean heimisch ist. Krillöl ist eine essentielle Fettsäure mit einer charakteristischen roten Farbe. Tendenziell ist es teurer als Fischöl. Beim Verzehr wird es dem Körper in Form von Phospholipiden zugeführt.

Verhältnismäßig gibt es weltweit eine größere Vielzahl an Krillen als Fischen. Daher hat die Extraktion einer entsprechenden Menge an DHA/EPA aus Krillen insgesamt ein langfristigeres Potenzial hinsichtlich der Nachhaltigkeit, als wenn man die gleiche Menge dieser Öle aus Fischen extrahieren würde.

Ist der Konsum von Meeresfrüchten eine gute Alternative?

Im Idealfall sollte man all seine Vitamine, Mineralstoffe und essentiellen Fette aus der Nahrung beziehen. Dazu rate ich meinen Patienten, doch ich weiß, dass es nicht immer möglich ist. Die American Heart Association empfiehlt für die Herzgesundheit den regelmäßigen Konsum von Fisch – mindestens zweimal pro Woche. Wer vegetarische Alternativen bevorzugt, kann sich durch den Verzehr bestimmter Lebensmittel gut mit Alpha-Linolensäure (ALA) versorgen, die zu DHA umgewandelt werden kann. ALA findet sich in Lebensmitteln wie Leinsamen, Walnüssen, Soja, Chia-Samen und Hanfsamen.

Aufgrund der Verschmutzung unserer Ozeane kann es eine Herausforderung sein, ausreichende Mengen an DHA und EPA aus tierischen Quellen aufzunehmen, wenn man sich ausschließlich auf Nahrungsmittel verlässt. Beispielsweise neigen Fische wie Makrele, Schwertfisch, Barsch, Hai und Thunfisch dazu, überdurchschnittlich stark mit Quecksilber belastet zu sein. Sie sollten deshalb nur in Maßen konsumiert werden. Fische wie Lachs, Seewolf, Sardelle, Sardine, Hering, Forelle und Buntbarsch enthalten weniger Quecksilber, aber die Mengen können sich summieren, wenn man sie häufiger als zwei- bis dreimal pro Woche verzehrt.

Fischöl und Krillöl können bei folgenden gesundheitlichen Problemen eine Wirkung erzielen:

Arthritis

Osteoarthritis ist oft bedingt durch den allgemeinen Verschleiß der Gelenke. Sie ist ein Resultat der Zerstörung von Knorpelgewebe, das über dem Knochen liegt und als Poster wirkt. Frühe Anzeichen einer Osteoarthritis können erstmalig im Alter von 40 Jahren auftreten und sich mit zunehmendem Alter verstärken. Zu den Symptomen zählen Gelenkschmerz, Schwellungen, Steifheit und Verlust der Gelenkfunktion. Viele sind auf der Suche nach natürlichen Alternativen, um die Symptome zu lindern. In der Regel verschreiben Ärzte Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID) wie Ibuprofen, Naproxen und Indometacin.

Fischöl

Studien zeigen, dass essentielle Fettsäuren helfen können, Gelenkschmerzen zu lindern und den Anwendungsbedarf von NSAID zu reduzieren. Außerdem zeigen Studien einen Rückgang der Gelenksteifheit, wenn Fischöl in einer Mindesttagesdosierung von 500 mg bis hin zu 2.000 mg täglich eingenommen wird.  

Krillöl

Eine Studie im American Journal of Clinical Nutrition aus dem Jahr 2007 zeigte, dass 300 mg Krillöl innerhalb einer kurzen Behandlungsdauer von 7 und 14 Tagen Entzündungen signifikant hemme und Arthritissymptome reduziere. Eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie aus dem Jahr 2016, die an Patienten mit leichten Knieschmerzen durchgeführt wurde, legte dar, dass Krillöl in einer Tagesdosis von 2.000 mg Schmerzen reduzieren könnte.

Gefäßgesundheit

Gefäßkrankheit ist weltweit eine der Haupttodesursachen von Menschen. Es gibt diverse Risikofaktoren, die zu einer erhöhten Anfälligkeit für Herz- und Gefäßerkrankungen beitragen. Omega-3-Fettsäuren können eine vorteilhafte Wirkung haben.

Fischöl

Der regelmäßige Konsum von Omega-3-Fettsäuren ist wichtig für die Gesundheit von Herz und Gefäßen. Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigte, dass sie helfen können, Atherosklerose bzw. die Verhärtung der Arterien zu verhindern. Eine Studie aus dem Jahr 2013, die im Journal of the American Heart Association erschien, zeigte wiederum, dass höhere Spiegel von DHA/EPA im Blut im Zusammenhang mit einem verringerten Risiko für Herzkrankheit stünden.

Krillöl

Eine Studie im British Medical Journal aus dem Jahr 2015 kam zu dem Schluss, Krillöl könne zu einer mäßigen Verminderung der kardiovaskulären Risiken beitragen, insbesondere hinsichtlich der Endotheldysfunktion und des HDL-Wertes bei Patienten mit Diabetes Typ 2. Allerdings würden von diesen Vorteilen auch diejenigen profitieren, die keinen Diabetes haben. Eine Studie aus dem Jahr 2017 in der Nutrition Reviews zeigte zudem, dass Krillöl eine positive Wirkung auf das Herz entfalten könnte, indem es das schlechte Cholesterin (LDL) und die Triglyceride reduziere. Beide sind bei erhöhten Blutwerten Risikofaktoren für Herzerkrankung.

Entzündung

Zu einer Entzündung kommt es, wenn der Körper im Ungleichgewicht ist. Gewissermaßen „brennt“ der Körper innerlich. In Zeiten von Stress bildet der Körper in großen Mengen ein Steroidhormon namens Kortisol.  Wenn die Kortisolwerte erhöht sind, produziert der Körper Entzündungsstoffe, sogenannte Prostaglandine. Man kann eine Entzündung auch bewerten, indem man die Werte des C-reaktiven Proteins (CRP) im Blut misst.

Erhöhte CRP-Werte steigern einer Studie im Journal of the American College of Nutrition aus dem Jahr 2017 zufolge das Risiko für Krebs und Herzkrankheit. Im Jahr 2008 zeigte die Jupiter-Studie, dass cholesterinsenkende Statin-Medikamente Entzündungen reduzieren könnten. Auch Krillöl und Fischöl könnten eine Rolle spielen.

Fischöl

Fischöl soll bekanntlich helfen, die CRP-Werte zu senken. Dass dies der Fall ist, zeigte eine Studie aus dem Jahr 2016. Diese Studie demonstrierte aber auch, dass Krillöl wirksamer sei als 2.000 mg Fischöl. Allerdings zeigte 2016 eine andere Studie im Journal of Internal Medicine, dass sich die CRP-Werte nicht senkten, als 1.400 mg Fischöl konsumiert wurden. Auf Grundlage dessen würde ich zur Senkung der CRP-Werte eine Dosis von mindestens 2.000 mg Omega-3-Fischöl zweimal täglich empfehlen.

Krillöl

Eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigte, dass Krillöl bei einer Dosierung von 500 mg zweimal täglich besser dabei helfen könnte, die CRP-Werte zu senken als Fischöl bei einer Dosierung von zweimal täglich 2.000 mg. Eine Studie aus dem Jahr 2007 im Journal of the American College of Nutrition legte dar, dass Krillöl bei einer Tagesdosierung von 300 mg die CRP-Werte um nahezu 20 Prozent senken könnte.

Gedächtnis

Je älter die Menschen werden, umso häufiger treten Gedächtnisprobleme auf. Für die Alzheimerkrankheit, die häufigste Form von Demenz, gibt es kein spezifisches Heilmittel. Sie kann zu enormem Frust und Herausforderungen sowohl für den Patienten als auch für diejenigen, die ihn pflegen, führen. Zu den Symptomen zählen in der Anfangsphase das Vergessen von Namen und Verwirrtheit, während Alzheimer im fortgeschrittenen Verlauf zu schwerwiegenderen Problemen führen kann, wie Paranoia und verletzendem Verhalten. Bei weniger als einem Prozent der Fälle tritt die späte Phase der Alzheimerkrankheit vor dem Alter von 65 Jahren auf. Allerdings soll laut Prognose der Forscher jeder Neunte über 65 Jahren gefährdet sein. Neben DHA und EPA, scheinen natürliche Therapien, etwa mit Kurkuma oder Weihrauch, hilfreich zu sein.

Fischöl

Eine Studie aus dem Jahr 2016 wurde an 44 Patienten, die an Gedächtnisproblemen litten, durchgeführt. 22 davon wurde Fischöl verabreicht, während 22 ein Placebo erhielten. Die Forscher stellten fest, dass die Gedächtnisleistung bei denjenigen, die Fischöl erhielten, besser ausfiel. Andere Studien lieferten ähnliche Erkenntnisse.

Krillöl

Eine Studie im International Journal of Molecular Sciences aus dem Jahr 2017 zeigte, dass Krillöl helfen könnte, oxidativen Stress im Gehirn sowie Ablagerungen von Beta-Amyloid zu reduzieren. Man nimmt an, dass es sich dabei um die Ursache der Alzheimerkrankheit handelt. Weitere Studien sind gerade angelaufen.

Hohe Triglyceridwerte

Triglyceride sind eine Art von Fett, das im Blut zirkuliert. Idealerweise sollten die Werte weniger als 150 mg/dl (bzw. weniger als 1,7 mmol/L) betragen. Sind die Werte erhöht, stellt dies ein Risiko für einen Herzinfarkt und Schlaganfall dar. Sie zu senken, indem man sich zuckerarm und arm an einfachen Kohlenhydraten ernährt, kann förderlich sein, aber reicht manchmal nicht aus. Hier kann ein Nahrungsergänzungsmittel mit EPA/DHA in Betracht gezogen werden.

Fischöl

Angeblich haben pharmazeutische Medikamentenunternehmen die Vorteile der Senkung der Triglyceridwerte erkannt und haben daher ein Fischöl pharmazeutischer Qualität entwickelt. Aufgrund seines hohen Preises können es sich jedoch viele nicht leisten.

Eine Studie aus der Fachzeitschrift Lipids in Health and Disease im Jahr 2016 kam zu dem Schluss, dass Omega-3-Fettsäuren hilfreich seien, um die Triglyceridwerte zu senken. Ebenso zeigte eine Meta-Analysen-Studie aus dem Jahr 2017, die in Atherosclerosis erschien und 1.378 Probanden untersuchte, dass der Konsum von Fischöl helfe, die Triglyceridwerte zu senken und gleichzeitig die HDL-Werte (gutes Cholesterin) zu erhöhen. Dabei handelt es sich um zwei wichtige Biomarker für Herzkrankheit.

Krillöl

Eine Studie aus dem Jahr 2014 zeigte eine 10-prozentige Abnahme der Triglyceride infolge von Krillöl. Eine Studie aus dem Jahr 2017 in der Fachzeitschrift Nutrition Reviews, die an 662 Patienten durchgeführt wurde, kam bei denjenigen, die Krillöl eingenommen hatten, zu ähnlichen Ergebnissen. Diese Erkenntnisse sind durch weitere Studien bestätigt worden.

Vorsichtsmaßnahmen:

Wer allergisch auf Fisch oder Schalentiere reagiert, sollte vorsichtig sein, da es zu einer allergischen Reaktion kommen könnte. Sollten Sie irgendwelche Fragen haben, konsultieren Sie vorab Ihren Arzt.

Fischöl ist in flüssiger Form, als Kapseln und als Fruchtgummis erhältlich. Krillöl ist üblicherweise in Form von Kapseln oder Softgels erhältlich.

Quellen:

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