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Adaptogene, Stressbewältigung und die Gesundheit

Von Dr. med. Venus Ramos

Wir hören es immer wieder. Stress kann unserer Gesundheit schaden. Daher findet man Unmengen an Ratschlägen, wie man Stress bewältigen kann, von Meditation und Atemübungen bis hin zu sozialer Unterstützung und körperlicher Aktivität.

Es gibt eine weitere Möglichkeit zur Stressbewältigung, die immer mehr Anerkennung findet. Adaptogene sind natürliche, pflanzliche Substanzen, die eine neutralisierende Wirkung auf die schädlichen Eigenschaften von Stress wie Erschöpfung, Schlaflosigkeit, eine deprimierte Stimmung und hohen Blutdruck haben kann. Adaptogene sind treffend nach ihrer Fähigkeit dazu benannt, dem Körper dabei zu helfen, sich an Stressfaktoren anzupassen und können uns durch die Qualen einer Krankheit, Arbeitsansprüche oder körperliche Herausforderungen helfen.

Was sind Adaptogene?

Adaptogene sind in der konverzionellen Medizin vielleicht eher weniger bekannt, werden in der traditionellen chinesischen und ayurvedischen Medizin aber seit Jahrhunderten verwendet — und das nicht nur zur Stressminderung. Holistische Fachmänner sind der Meinung, dass bestimmte Adaptogene hilfreich für die Ausdauer, die Langlebigkeit und die Unterstützung des Immunsystems sind.

Durch mehr als ein halbes Jahrhundert an Forschung wurde das Konzept eines Adaptogenes verfeinert und modifiziert. Eine übereinstimmende Meinung der Kriterien für ein echtes Adaptogen beinhaltet folgendes:

  • Es ist sicher (z. B. ungiftig), ohne schwere Nebenwirkungen oder Gegenanzeigen.
  • Es verbessert die allgemeine Widerstandsfähigkeit des Körpers und vermindert die Empfindlichkeit gegenüber Stressfaktoren.
  • Es behält die Homöostase des Körpers und eine ausgeglichene innere Umwelt bei.
  • Es fungiert als nicht-spezifischer weg, um die Körperfunktionen zu "normalisieren", unabhängig von der Richtung der Veränderung, die durch den Stressfaktor verursacht wird. Es darf also weder stimulierend noch beruhigend wirken.

Adaptogen-Typen

Adaptogens wurden weiter in zwei Kategorien eingeteilt — primär und sekundär.

Ein primäres Adaptogen übt seine Funktion aus, indem es die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) als Reaktion auf externen Stress beeinflusst. Die HPA-Achse ist ein Schlüsselbestandteil der Stressreaktion die, wie ihr Name schon sagt, den Hypothalamus, den Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse und die Nebennieren umfasst. Diese drei Hormondrüsen arbeiten koordiniert miteinander zusammen, um den Cortisolspiegel zu regulieren und die Homöostase im Körper zu erhalten.

Der Hypothalamus ist der Teil des Gehirns, der auf Stress reagiert, indem er Corticoliberin (CRF) freisetzt. Corticoliberin löst dann die Freisetzung des adrenocorticotropen Hormons (ACTH) in der Hirnanhangsdrüse aus. ACTH wiederum signalisiert den Nebennieren, dass Sie Cortisol produzieren und abgeben sollen. Wenn Cortisol in den Blutkreislauf eingetreten ist, kann es seinen vielen Rollen in der Stressreaktion des Körpers nachgehen, einschließlich der Kontrolle des Blutzuckers, Blutdrucks und der Entzündungsreaktion.

Wenn Cortisol eine bestimmte Konzentration erreicht hat, wird ein negativer Rückkopplungsmechanismus ausgelöst. Durch diesen Mechanismus erhalten der Hypothalamus und die Gehirnanhangsdrüse Signale, um jeweils die Produktion von CRF und ACTH zu hemmen.

Auch wenn die eigentlichen Bahnen etwas komplexer sind, bietet die obige Beshreibung der HPA-Ahse ein grundlegendes Bild mehrerer Punkte, an denen ein primäres Adaptogen wirken kann, um die Stressreaktion zu beeinflussen. So unterscheiden sich sekundäre Adaptogene von primären. Sekundäre Adaptogene haben keinen direkten Einfluss auf die HPA-Achse. Sie haben zwar eine normalisierende Wirkung auf den Körper, erreichen diese aber dadurch, die Immun-, Nerven- und Hormonsysteme zu beeinflussen. Daher können sekundäre Adaptogene unspezifische schützende Wirkungen auf verschiedene Organsysteme haben und somit Vorteile liefern, welche die von primären Adaptogenen allein überschreiten.

Adaptogene treten im Allgemeinen in Form von Kräutern, Wurzeln, oder Pilzen auf. Sie können auf zahlreiche Arten als Ergänzungsmittel eingenommen werden — in Kapselform, in Protein-Smoothies gemischt, als Tee oder Kaffee gebraut, oder einfach zerhackt zu einer Mahlzeit hinzugefügt.

Beliebte Adaptogene

Rosenwurz

Rosenwurz (Rhodiola rosea): Ein primäres Adaptogen, das Energiewerte fördern und Personen dabei helfen kann, sich nach leichten Erkrankungen wie Kopfschmerzen und der Grippe revitalisiert zu fühlen.

Sibirischer Ginseng

Sibirischer Ginseng (Eleutherococcus senticosus): Ein primäres Adaptogen, das dabei helfen kann, Stress, Erschöpfung und Depression zu bekämpfen.

Chinesische Beerentraube

Chinesische Beerentraube (Schisandra chinensis): Ein primäres Adaptogen, das verwendet wird, um die Gesundheit der Leber und geistige Klarheit zu fördern.

Ashwagandha

Ashwagandha (Withania somnifera): Ein primäres Adaptogen, auch als Winterkirsche oder indischer Ginseng bekannt, das dabei helfen kann, Erschöpfung zu bekämpfen und den Geist konzentriert zu halten.

Chinesischer Raupenpilz

Chinesischer Raupenpilz (Cordyceps sinensis): Ein sekundäres Adaptogen, das von Sportlern verwendet wurde, um Energie und Leistung zu steigern.

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