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Wellness

Coenzym Q10: Die körpereigene Zündkerze

26 April 2017

Coenzym Q10 (CoQ10) ist die Zündkerze des menschlichen Körpers: Genau wie ein Auto, das ohne den initialen Zündfunken nicht starten kann, kann auch der menschliche Körper ohne CoQ10 nicht funktionieren. CoQ10 ist ein essentieller Bestandteil der Mitochondrien, die die zur Zellteilung, Bewegung, Kontraktion und allen weiteren Körperfunktionen benötigte Energie produzieren. CoQ10 spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Herstellung von Adenosintriphosphat (ATP), dem universellen Energiemolekül für alle Körperprozesse. Darüber hinaus ist CoQ10 ein sehr bedeutendes Antioxidans, das die Zellen vor Schaden bewahrt. 

Obwohl unser Körper CoQ10 produzieren kann, haben wir nicht immer genug davon. Da sich im Gehirn und im Herz die aktivsten Körperzellen befinden, beeinträchtigt sie ein CoQ10-Defizit am meisten und kann in diesen Organen zu ernsten Gesundheitsproblemen führen. CoQ10-Mangel kann viele Ursachen haben – zum Beispiel schlechte Ernährung, ein Gendefekt, eine äußere Ursache oder ein erhöhter Bedarf in den Zellen. Herz- und Kreislauferkrankungen, einschließlich hoher Cholesterinwerte und erhöhtem Blutdruck, erfordern erhöhte intrazelluläre CoQ10-Werte. Zusätzlich sinkt der CoQ10-Spiegel mit zunehmendem Alter und Menschen über 50 haben dementsprechend einen erhöhten Bedarf. Zahlreiche Studien haben ergeben, dass viele Medikamente (insbesondere Cholesterinsenker wie Statine) den CoQ10-Spiegel senken. 

Betrachtet man die zentrale Rolle von CoQ10 für die Funktion der Mitochondrien und beim Zellschutz, zeigt sich seine nützliche Eigenschaft bei vielen gesundheitlichen Problemen. CoQ10 bietet bei zahlreichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen Vorteile, so dass man es als einen essentiellen Nährstoff betrachten kann. Neben seinen allgemeinen antioxidativen Eigenschaften kann CoQ10 auch bei den folgenden Krankheitsbildern Vorteile haben:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Hoher Blutdruck, Herzinsuffizienz, Kardiomyopathie, Herzoperationen, medikamentös behandelter hoher Cholesterinwert (insbesondere Statine) 
  • Krebs (Steigerung der Immunfunktion und/oder Linderung von Nebenwirkungen bei Chemotherapien)
  • Männliche Unfruchtbarkeit
  • Parkinson (Vorbeugung und Behandlung)
  • Paradontose

Wissenschaftliche Studien

Studien bei Menschen und Tier haben bestätigt, dass CoQ10 für alle oben genannten Erkrankungen Vorteile bietet – insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In den Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass bei 50 bis 75 % der Menschen mit diversen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein CoQ10-Mangel im Herzgewebe vorliegt. Durch die Behebung dieses Mangels können bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oftmals erhebliche Verbesserungen erzielt werden. So lässt sich ein CoQ10-Mangel zum Beispiel bei 39 Prozent der Patienten mit hohem Blutdruck verzeichnen. Diese Tatsache alleine legt die Notwendigkeit einer Nahrungsergänzung mit CoQ10 nahe. Darüber hinaus scheint CoQ10 auch Vorteile zu bieten, die über die Linderung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinausgehen.

Eine Studie aus dem Jahr 2009, die in der Fachzeitschrift  Pharmacology & Therapeutics veröffentlicht wurde, legt nahe, dass die Auswirkung von CoQ10 auf den Blutdruck in der Regel erst nach einer Anwendungsdauer von 4 bis 12 Wochen eintritt. Die typische Verminderung des systolischen und diastolischen Blutdrucks bei Patienten mit Bluthochdruck sind moderat und liegen im 10 Prozent Bereich.

Statin-Medikamente wie Crestor, Lipitor und Zocor funktionieren durch die Inhibition von Enzymen, die die Leber zur Herstellung von Cholesterin benötigt. Leider blockieren sie auch die Synthese weiterer Substanzen, die entscheidend für zahlreiche Körperfunktionen sind, einschließlich CoQ10. Das könnte auch die häufig berichteten Nebenwirkungen dieser Medikamente erklären – insbesondere Müdigkeit und Muskelschmerzen. In einer groß angelegten Untersuchung aus dem Jahr 2005 – der im   International Journal of Cardiology  veröffentlichten ENDOTACT-Studie – zeigte sich, dass eine Statintherapie die CoQ10-Plasmakonzentrationen signifikant verringerte. Dieser Rückgang konnte jedoch durch die Nahrungsergänzung mit 150 mg CoQ10 komplett vermieden werden. Zusätzlich verbesserte die CoQ10-Nahrungsergänzung die Funktion der Blutgefäßwände – einem der wesentlichen Ziele bei der Behandlung und Vorbeugung von Arteriosklerose.

In Doppelblindstudien wurde gezeigt, dass eine CoQ10-Nahrungsergänzung bei einigen Parkinsonpatienten sehr hilfreich war. Alle Patienten in diesen Studien zeigten die drei wesentlichen Parkinsonsymptome: Muskelzittern, Steifheit und langsame Bewegungen. Die Diagnose lag in diesen Fällen nicht länger als fünf Jahre zurück.

Eine Studie aus dem Jahr 2005, die in  Archives of Neurology veröffentlicht wurde, belegte eine Verlangsamung des Verlusts von Körperfunktionen bei Parkinsonpatienten, die CoQ10 einnahmen. Nach erster Grunduntersuchung und Bluttests wurden die Patienten zufällig in vier Gruppen eingeteilt. Drei Gruppen erhielten über einen Zeitraum von 16 Monaten CoQ10 in jeweils unterschiedlichen Dosierungen (300 mg pro Tag, 600 mg pro Tag, 1.200 mg pro Tag), während eine vierte Gruppe ein Placebo erhielt. Die Gruppe mit der 1.200 mg-Dosierung verzeichnete den geringsten Rückgang bei der mentalen Leistungsfähigkeit, der Motorik und der Fähigkeit, alltägliche Routinen wie Essen oder Ankleiden auszuführen. Der größte Einfluss zeigt sich auf Alltagsaktivitäten. Die Gruppen mit 300 und 600 mg pro Tag entwickelten etwas weniger Behinderungen als die Placebogruppe, aber die Effekte waren weniger ausgeprägt als bei der Gruppe mit der höchsten Dosierung. Diese Ergebnisse legen nahe, dass CoQ10 in höheren Dosierungen vorteilhafte Auswirkungen bei Parkinson haben kann. Bei keinen Patienten traten signifikante Nebenwirkungen auf.

Sicherheit und Dosierung

Coenzym Q10 ist sehr sicher – bei der Einnahme sind noch nie ernsthafte Nebenwirkungen verzeichnet worden. Da die Sicherheit während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht erwiesen wurde, sollte CoQ10 nicht in diesen Phasen verwenden werden – es sei denn, der Arzt entscheidet, dass der potentielle klinische Nutzen die Risiken überwiegt. Ich empfehle in der Regel eine tägliche Einnahme von 100 und 200 mg CoQ10. Für optimale Absorption schlage ich vor, die Gelatinekapseln zusammen mit Mahlzeiten einzunehmen. Bei höheren Dosierungen ist es ratsam, die Einnahme aufzuteilen, statt eine Einzeldosis aufzunehmen (drei mal täglich 200 mg ist besser als ein mal täglich 600 mg).

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