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Wellness

Kurzanleitung zu Ginkgo Biloba

11 July 2018

Extrakte aus den Blättern des Ginkgo-Baumes zählen zu den beliebtesten pflanzlichen Produkten weltweit. Die meisten Ginkgo-Biloba-Extrakte (GBE) sind standardisiert und enthalten 24 Prozent Flavonoide und 6 % Terpene, da diese Zusammensetzung die am häufigsten erforschte ist.

Ginkgo-Extrakt verbessert die Gehirndurchblutung:

GBE kann die Blutversorgung des Gehirns und die Energieproduktion im Gehirn verbessern, auch wenn die Sauerstoffversorgung vermindert ist, weshalb Ginkgo-Extrakt zu einer deutlichen Verbesserung bei zerebraler Gefäßinsuffizienz beitragen kann. Diese Erkrankung kommt bei älteren Menschen aufgrund der hohen Prävalenz von Atherosklerose (Arterienverkalkung) sehr häufig vor. In gut konzipierten Studien wurde gezeigt, dass GBE einen statistisch signifikanten Rückgang der Hauptsymptome einer zerebralen Gefäßinsuffizienz und Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit bewirken kann. Zu diesen Symptomen zählen Kurzzeitgedächtnisverlust, Schwindel, Kopfschmerzen, Tinnitus, Aufmerksamkeitsmangel und Depressionen. Die Qualität der mit GBE durchgeführten Studien bei zerebraler Gefäßinsuffizienz ist vergleichbar mit der von Studien, die bei Medikamenten durchgeführt wurden, die von der FDA zugelassen sind.

Periphere Gefäßinsuffizienz (intermittierende Claudicatio, Raynaud-Krankheit usw.):

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) wird durch dieselbe cholesterinhaltige Plaque verursacht wie die zerebrale Gefäßinsuffizienz. In über einem Dutzend Doppelblindstudien hat sich GBE als effektiver Ansatz zur Verbesserung der Durchblutung bei pAVK erwiesen. Bei der Behandlung der intermittierenden Claudicatio (einer peripheren Gefäßerkrankung, die durch Schmerzen in der Wade beim Gehen gekennzeichnet ist) wurden nicht nur die Messungen der schmerzfreien Gehstrecke (75 bis 110 %) und der maximal möglichen Gehstrecke (52.6 bis 119 %) drastisch erhöht, sondern auch die Ultraschallmessungen zeigten einen erhöhten Blutfluss durch die betroffene Extremität.

Ginkgo-Extrakt und erektile Dysfunktion:

Wenn die erektile Dysfunktion auf eine gestörte Durchblutung des Schwellkörpers zurückzuführen ist, kann GBE Ergebnissen aus Doppelblindstudien zufolge helfen. In einer dieser Studien erhielten 60 Patienten mit nachgewiesener erektiler Dysfunktion GBE über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten in einer Dosierung von 60 Milligramm pro Tag. Der Blutfluss durch den Penis wurde alle 4 Wochen mittels Ultraschall neu beurteilt. Die ersten Anzeichen einer verbesserten Durchblutung wurden nach 6 bis 8 Wochen festgestellt. Nach 6 Monaten Therapie hatten 45 % der Patienten ihre Potenz wiedererlangt und 50 % zeigten signifikante Verbesserungen der Potenz und des Blutflusses. Es sollte darauf hingewiesen werden, dass die Wirkungen von Ginkgo bei einer Langzeittherapie deutlicher zu erkennen sind und mit einer Dosis von 240 mg bessere Ergebnisse erzielt werden können als mit der in dieser Studie verwendeten Tagesdosis von 60 mg.

Ginkgo-Extrakt bei Demenzerkrankungen:

Ginkgo-Biloba-Extrakt hat sich bei vielen Arten von Demenz (Senilität) wie etwa bei Alzheimer positiv auf die geistige Funktion ausgewirkt. Es konnte nachgewiesen werden, dass GBE die Funktionsfähigkeit des Gehirns bei vielen Probanden erhöht. Allerdings scheint GBE bei Menschen mit fortgeschrittenem Alzheimer nicht sehr wirkungsvoll zu sein. Wenn die Demenz auf Durchblutungsstörungen oder Depressionen zurückzuführen ist, kann GBE in der Regel für eine gewisse Verbesserung sorgen.

Ginkgo-Extrakt und Depressionen:

In Doppelblindstudien mit Patienten, die unter zerebraler Gefäßinsuffizienz litten, konnte erstmals nachgewiesen werden, dass GBE die Stimmung verbessern kann. Weitere Doppelblindstudien haben die antidepressive Wirkung von GBE bestätigt. In einer Doppelblindstudie wurde vierzig Probanden (im Alter von 51 bis 78 Jahren), bei denen Depressionen diagnostiziert wurden und die nicht in vollem Umfang auf Standardantidepressiva angesprochen hatten, entweder dreimal täglich GBE in einer Dosierung von 80 Milligramm oder ein Placebo verabreicht. Am Ende der achtwöchigen Studie fiel die durchschnittliche Gesamtpunktzahl auf der Hamilton-Skala in der GBE-Gruppe von 14 auf 4,5. Im Vergleich dazu sank der Wert bei der Placebo-Gruppe lediglich von 14 auf 13.

Ginkgo-Extrakt und Innenohrerkrankungen (Schwindel, Tinnitus usw.)

GBE konnte bei Schwindelanfällen aufgrund einer zerebralen Gefäßinsuffizienz eine Verbesserung bewirken. Im Fall von Tinnitus (Ohrensausen) sind die Ergebnisse einer Behandlung mit GBE in Doppelblindstudien widersprüchlich. Diese abweichenden Ergebnisse lassen sich mit der Tatsache erklären, dass Menschen, die erst kurze Zeit an Tinnitus erkrankt sind, eher auf eine Behandlung mit GBE ansprechen als Menschen, die schon mindestens drei Jahre lang an Tinnitus leiden.

Sonstige Anwendungen von Ginkgo-Extrakt

Da GBE die Energieproduktion steigert, als Antioxidans fungiert und die Durchblutung anregt, könnte es zur Behandlung einer Vielzahl anderer Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt werden wie etwa bei der Aufmerksamkeitsdefizitstörung, als Antiaging-Mittel, bei Diabetes zur Stärkung der Leber bzw. zur Unterstützung der Entgiftungsfunktion, gegen Stress- und Angststörungen sowie zum Schutz der Haut gegen Sonnenschäden.

Ginkgo-Extrakt: Übliche Dosierung

Die empfohlene Dosierung eines standardisierten Ginkgo-Biloba-Extraktes mit einem Flavonoidgehalt von 24 Prozent ist dreimal täglich 80 mg. Es ist schwierig, eine Dosierungsempfehlung für andere Ginkgo-Produkte auszusprechen, da der Wirkstoffgehalt in getrockneten Blättern und Rohextrakten extrem schwankt.

Ginkgo-Extrakt: Mögliche Nebenwirkungen

Ginkgo-Biloba-Extrakt ist extrem sicher und Nebenwirkungen kommen nur sehr selten vor. Da die Nebenwirkungen von GBE während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht ausreichend untersucht wurden, sollte es in diesen Zeiträumen nicht eingenommen werden.

Ginkgo-Extrakt: Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

In sehr seltenen Fällen kann GBE die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten wie Coumadin® (Warfarin) und möglicherweise von Aspirin und Plavix® (Clopidogrel) verstärken.

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