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Ernährung

Heidelbeerkonsum und Blutdruck

26 April 2017

Heidelbeeren zählen zu den wichtigsten Nahrungsmitteln für eine optimale Gesundheit. Die zahlreichen und wundersamen gesundheitsfördernden Eigenschaften von Heidelbeeren beruhen im Wesentlichen auf ihrem hohen Gehalt an spezialisierten Pigmenten, die als Anthocyane bezeichnet werden. Diese speziellen Flavonoide sind für die tiefblaue oder violette Farbe der Beeren verantwortlich.

Flavonoide verleihen Früchten und Blüten nicht nur ihre Farbe, sondern sind auch für viele der gesundheitsfördernden Eigenschaften von Nahrungsmitteln, Säften und Kräutern verantwortlich. Bislang wurden mehr als 8.000 Flavonoidverbindungen charakterisiert und nach ihrer chemischen Struktur klassifiziert. Flavonoide werden manchmal als „Biopharmazeutika der Natur“ bezeichnet, da sie entzündungshemmende, antiallergische, antivirale und antitumorale Eigenschaften aufweisen.

Es ist erwiesen, dass eine höhere Flavonoidzufuhr von deutlichem gesundheitlichem Nutzen ist. Eine neue Studie hat jetzt gezeigt, dass der regelmäßige Verzehr von Heidelbeeren klinische Effekte bei der Senkung von Bluthochdruck aufweist.

Hintergrundinformationen:

Populationsstudien konnten nachweisen, dass der Konsum flavonoidreicher Nahrungsmittel wie Beeren, Äpfel, Grünteedunkler Schokolade und Rotwein mit einem signifikant verringerten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle zusammenhängt. So zeigten beispielsweise Daten der Nurses’ Health Study (NHS) II mit 93.600 Frauen, dass beim kombinierten Verzehr von mehr als 3 Portionen Heidelbeeren und Erdbeeren pro Woche das Herzinfarktrisiko um 34 % geringer ist als bei Frauen, die die Beeren einmal pro Monat oder seltener verzehren.

Der Hauptnutzen der Flavonoidzufuhr zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen beruht im Wesentlichen auf einer verbesserten Funktion der Zellen, die die Blutgefäße auskleiden (Endothelzellen). Die Endothelzellen spielen eine Schlüsselrolle bei der Regulierung von Gefäßtonus und -struktur sowie bei Gefäßentzündungen und der Gerinnselbildung. Die Läsionen im Rahmen einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung) nehmen ihren Anfang mit Beschädigungen der Endothelzellen. Flavonoide, insbesondere die in Beeren enthaltenen Arten, schützen und verbessern nachweislich die Funktion der Endothelzellen.

Neue Erkenntnisse:

In einer an der Florida State University durchgeführten Studie, an der 48 Frauen nach den Wechseljahren mit leichtem Bluthochdruck teilnahmen, wurde die Wirkung des täglichen Verzehrs von Heidelbeeren über einen Zeitraum von 8 Wochen untersucht. Die Frauen wurden in zwei Gruppen unterteilt, wobei eine Gruppe täglich 22 g gefriergetrocknetes Heidelbeerpulver erhielt, die andere Gruppe ein Placebo. Ca. 22 g gefriergetrocknetes Heidelbeerpulver entsprechen 100 g frischen Heidelbeeren, eine Menge, deren Verzehr sich leicht in die tägliche Ernährung integrieren lässt.

Neben Blutdruckmessungen, der Messung der Arterienverhärtung und des CRP-Wertes wurden die Werte für Stickstoffmonoxid und Superoxid-Dismutase zu Beginn der Studie, nach 4 und nach 8 Wochen gemessen.

Nach 8 Wochen waren der systolische Blutdruck und der diastolische Blutdruck (131 mm Hg bzw. 75 mm Hg) signifikant niedriger als die Anfangswerte (138 mm Hg, 80 mm Hg), während bei der Kontrollgruppe keine Veränderungen festgestellt wurden. Ebenso wurde ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Heidelbeeren und einer verringerten Arterienverhärtung festgestellt.

Die größten Veränderungen betrafen allerdings den Stickstoffmonoxidspiegel. Die Ergebnisse zeigten, dass der Stickstoffmonoxidspiegel in der Heidelbeerpulver-Gruppe nach 8 Wochen höher waren (15,35 μmol/l) als zu Beginn der Studie (9,11 μmol/l), während sich bei der Kontrollgruppe keine Veränderungen zeigten.

Stickstoffmonoxid spielt eine zentrale Rolle bei der Kontrolle des Gefäßtonus. Genau gesagt hat es eine entspannende Wirkung auf die Blutgefäße und verbessert zugleich die Durchblutung. Es verbessert auch die Fließfähigkeit des Blutes und verringert die Entstehung von Blutgerinnseln.

Diese Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass der tägliche Verzehr von Heidelbeeren den Blutdruck senken und die Arterienverhärtung verringern kann, was wohl teilweise auf die erhöhte Produktion von Stickstoffmonoxid zurückzuführen ist.

Kommentar:

Diese Studie zeigt sehr deutlich, wie wichtig Flavonoide aus der Nahrung für die Gesundheit von Herz und Kreislauf sind.  Doch verschiedene Flavonoide und andere pflanzliche Pigmente haben unterschiedliche gesundheitsfördernde Eigenschaften. Eine meiner prinzipiellen Ernährungsempfehlungen lautet, sich an eine „Regenbogen-Ernährung“ zu halten; konzentrieren Sie sich auf farbenfrohes Obst und Gemüse. Der regelmäßige Verzehr von verschiedenfarbigem Obst und Gemüse – rot, orange, gelb, grün, blau und violett – versorgt den Körper mit dem vollen Spektrum an Farbstoffen mit hervorragenden antioxidativen Wirkungen sowie mit den Nährstoffen, die er für eine optimale Funktion und einen optimalen Schutz vor Krankheiten braucht.

Neben der Regenbogen-Ernährung empfehle ich auch die tägliche Einnahme flavonoidreicher Extrakte wie Heidelbeere, Grüntee, Ginkgo biloba, Kirsche, Kiefernrinde oder Traubenkern. Und natürlich befürworte ich den Verzehr von 30-60 g dunkle Schokolade pro Tag oder die entsprechende Menge eines anderes Produktes, das reich an Kakao-Flavanolen ist.

Quelle:

  1. Johnson SA, Figueroa A, Navaei N, et al. Daily Blueberry Consumption Improves Blood Pressure and Arterial Stiffness in Postmenopausal Women with Pre- and Stage 1-Hypertension: A Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Clinical Trial. J Acad Nutr Diet. 2015 Jan 2. pii: S2212-2672(14)01633-5

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