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4 natürliche Mittel zur Verbesserung der Lungengesundheit

Von Dr. Candace Mathers, Heilpraktikerin

In diesem Artikel:


Verständlicherweise ist die Atemwegsgesundheit derzeit weltweit die größte Sorge. Wir befinden uns in einem einzigartigen Moment in der Menschheitsgeschichte, in dem die Pflege der Lungengesundheit plötzlich nicht nur für Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen ein wichtiges Anliegen ist. Dennoch sollten stets alle, die ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden insgesamt steigern möchten, auf eine gesunde Lungenfunktion achten.

Eine schlechte Atemwegsgesundheit stellt ein ernstzunehmendes Problem dar, da dies Betroffene anfälliger für Atemwegserkrankungen wie beispielsweise die Grippe machen kann. Krankheiten, die die Atemwegsgesundheit beeinträchtigen, wie etwa chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD) und Mukoviszidose, können sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken. Darüber hinaus wurde ein Zusammenhang zwischen diesen und anderen schwächenden Krankheiten wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgestellt.

Die Förderung der Lungengesundheit ist nicht nur vorteilhaft, sondern auch notwendig. Vitamin AVitamin Croter Ginseng und der Pilz Cordyceps könnten zur Verbesserung der Lungengesundheit beitragen.

‌‌‌‌Vitamin A, Lunge und Gesundheit der Lungenbläschen

Die meisten Menschen bringen Vitamin A direkt mit der Augengesundheit in Verbindung. Und es stimmt auch, dass sich Vitamin A äußerst vorteilhaft auf die Augengesundheit auswirken kann, jedoch kann es auch die Lungengesundheit begünstigen.

Vitamin A gehört zu einer bestimmten Gruppe von Vitaminen, die als fettlösliche Vitamine bezeichnet werden. Fettlösliche Vitamine, zu denen auch die Vitamine D, E und K gehören, werden im Magen-Darm-Trakt aufgenommen und sowohl im Fettgewebe als auch in der Leber gespeichert.

Da Vitamin A ein fettlösliches Vitamin ist und im Fettgewebe gespeichert wird, bedeutet dies, dass es vom Körper nicht leicht ausgeschieden wird, sodass die Einnahme zu hoher Mengen an Vitamin A für den Körper giftig sein kann.

Vitamin A kann für die Unterstützung der Lungengesundheit von wesentlicher Bedeutung sein. In Studien wurde gezeigt, dass Vitamin A einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung gesunder Lungen und Lungenbläschen (das sind winzige Luftsäcke in der Lunge, die am Gasaustausch beteiligt sind) im frühen Kindesalter  sowie auf die Aufrechterhaltung der Zellstruktur und Integrität der Lunge während des gesamten Lebens haben kann.

Andere wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass ein Vitamin-A-Mangel zu einer bronchopulmonalen Dysplasie führen könnte. Dabei handelt es sich um eine schwere Lungenerkrankung, die bewirkt, dass sich die Lunge nicht normal entwickeln kann und meist Frühgeborene betrifft. Darüber hinaus zeigen Studien, dass selbst ein mäßiger Mangel an Vitamin A nicht nur zu einem erhöhten Risiko für Atemwegsinfektionen, sondern auch zu wiederholten Atemwegsinfekten führen kann.

Als Vitamin-A -Mangel werden normalerweise Werte von weniger als 15 Mikrogramm/Deziliter (mcg/dl) oder weniger als 0,52 Mikromol/Liter (μmol/l) bezeichnet, je nachdem, in welchem Labor Ihr Test durchgeführt wird. Normale Bereiche sind 15 – 60 µg/dl oder 0,52 – 2,09 μmol/l. Die National Institutes of Health (NIH) empfehlen eine tägliche Vitamin-A-Dosis von 900 mcg für Männer und 700 mcg für Frauen.

Vitamin A ist in Lebensmitteln wie etwa in der Cantaloupe-Melone enthalten. Jedoch können Sie Vitamin A auch aus hochwertigen Superfoods oder Vitamin-A-Nahrungsergänzungsmitteln beziehen, die die richtige Bioverfügbarkeit (d. h. die Fähigkeit des Körpers, ein bestimmtes Vitamin oder Mineral aufzunehmen und zu verwerten) gewährleisten.

‌‌‌‌Vitamin C kann die Lungenfunktion fördern 

Vitamin C hat in den vergangenen Monaten aufgrund seiner starken antioxidativen Wirkung viel Aufmerksamkeit erhalten, jedoch kann Vitamin C auch die Lungengesundheit fördern.

Vitamin C gehört zu einer anderen Gruppe von Vitaminen als Vitamin A, da es wasser- und nicht fettlöslich ist. Das bedeutet, dass Vitamin C nicht in nennenswerten Mengen im Körper gespeichert wird und überschüssig eingenommenes Vitamin C leicht ausgeschieden werden kann. Demzufolge könnte auch das Toxizitätsrisiko geringer sein als bei einem fettlöslichen Vitamin.

Untersuchungen legen nahe, dass Vitamin C die Lungenfunktion umfassend fördern kann. Es wurde festgestellt, dass sowohl Jungen als auch Mädchen, die zu wenig Vitamin C zu sich nahmen, eine verminderte Lungenfunktion hatten. Umgekehrt führte die Aufnahme höherer Mengen an Vitamin C zu einer besseren Lungenfunktion. Wissenschaftler vermuten zudem, dass eine unzureichende Vitamin-C-Versorgung bei Rauchern in späteren Lebensphasen zu COPD führen kann.

Studien zeigen, dass die Zufuhr einer angemessenen Menge an Vitamin C nicht nur dazu beitragen kann, die Anzahl von Erkältungskrankheiten im Laufe eines Jahres zu reduzieren, sondern auch die Erkältungszeit verkürzen kann. In drei kontrollierten Studien konnte zudem nachgewiesen werden, dass Vitamin C zur Vorbeugung von Lungenentzündungen eingesetzt werden kann.

Obwohl ein Vitamin-C-Mangel meist eher bei Risikogruppen wie Obdachlosen, älteren Männern und Frauen sowie bei Menschen mit psychiatrischen Problemen festgestellt wird, deutet die Forschung darauf hin, dass auch in der Allgemeinbevölkerung eine Unterversorgung mit Vitamin-C vorherrschen könnte, die möglicherweise unterschätzt wird.

Werte unter 2,5 Milligramm pro Liter (mg/l) können ein Hinweis auf einen Vitamin-C-Mangel sein. Die National Institutes of Health empfehlen eine tägliche Mindestzufuhrmenge von 90 mg für Männer und 75 mg für Frauen.

Vitamin C kommt in Lebensmitteln wie etwa Zitrusfrüchten vor. Sollten Sie es jedoch nicht schaffen, ausreichend Vitamin C, zu sich zu nehmen, dann sollten Sie die Einnahme von liposomalem Vitamin C in Erwägung ziehen. Liposomales Vitamin C gelangt leicht in den Blutkreislauf und hat möglicherweise weniger Magen-Darm-Nebenwirkungen (z. B. Krämpfe oder weichen Stuhl) als herkömmliches Vitamin C.

Aber selbst wenn liposomales Vitamin C bioverfügbarer und schonender für den Darm sein könnte, ist herkömmliches Vitamin C möglicherweise dennoch eine gute Wahl, um die Vitamin-C-Zufuhr zu steigern.

‌‌‌‌Roter Ginseng und Förderung des Immunsystems

Roter Ginseng ist ein Botanikum, das seit mindestens tausend Jahren als Medizin in der alten asiatischen Medizin verwendet wird, insbesondere in den Kulturen Koreas, Chinas und Japans.

In diesen Kulturen wird roter Ginseng traditionell zur Behandlung der männlichen Unfruchtbarkeit und von Erektionsstörungen sowie zur Verbesserung des Sexlebens bis ins hohe Alter verwendet. Moderne Studien deuten zudem darauf hin, dass er auch effektiv zur Förderung der Lungenfunktion eingesetzt werden könnte.

Forschungsergebnissen zufolge können die Vitamine A und C in allen Lebensphasen wesentlich zur Förderung einer gesunden Entwicklung und Funktion der Lunge beitragen. Die Stärke des roten Ginsengs in Bezug auf die Förderung der Lungengesundheit besteht dagegen in seinen möglichen antiviralen und immununterstützenden Wirkungen.

Roter Ginseng ist ein stark antivirales Mittel. Untersuchungen zeigen, dass er vor dem respiratorischen Syncytial-Virus (oft als RSV bezeichnet) und dem Influenza-A-Virus schützen könnte, indem er das Immunsystem stimuliert und die von diesen Viren ausgelösten Lungenentzündungen reduziert.

In Verbindung mit Vitamin C hat sich der rote Ginseng  als sehr wirksam bei der Linderung von Lungenentzündungen und der Steigerung der Aktivität des Immunsystems erwiesen. Insbesondere wurde die Bildung spezialisierter Immunzellen stimuliert, die als natürliche Killerzellen bezeichnet werden und Influenza-Infektionen bekämpfen können.

Darüber hinaus legen Studien nahe, dass roter Ginseng ein starkes Adaptogen ist. Adaptogene sind spezielle Substanzen wie beispielsweise Kräuter, die dem Körper helfen können, indem sie seine Resistenz gegen verschiedene Arten von Stress verbessern, der entweder von internen Stressoren wie beispielsweise finanzielle oder familiäre Probleme oder externen Stressoren wie etwa Viren ausgelöst werden kann.

Bisher gibt es keine allgemeinen Empfehlungen zur Dosierung von rotem Ginseng. Üblicherweise beträgt die Tagesdosis zur Förderung einer optimalen Lungenfunktion zwischen 200 und 600 mg oder auch mehr.

Roter Ginseng kann sehr wirksam sein, und zwar nicht nur als antivirales, sondern auch als entzündungshemmendes Mittel. Forschungsergebnisse lassen hoffen, dass er wirksam zur Förderung der Lungengesundheit eingesetzt werden kann, insbesondere im Fall von Infektionskrankheiten.

‌‌‌‌Cordyceps und Lungenkraft

Cordyceps gehört zu einer Pilzfamilie, die über 400 verschiedenen Arten umfasst. Der Cordyceps-Pilz, wobei Cordyceps sinensis einer der bekanntesten und am besten untersuchten ist, wird seit Tausenden von Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet. Die alten Chinesen betrachteten den Cordyceps-Pilz nahezu als Allheilmittel und setzten ihn zur Bekämpfung aller möglichen Beschwerden ein wie etwa Leber-, Herz- und Nierenerkrankungen. Auch zur Förderung der Langlebigkeit und Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands wurde er gerne verschrieben.

Es wird vermutet, dass Cordyceps in der chinesischen Medizin häufig auch zur Unterstützung und Förderung der Lungengesundheit verwendet wurde. Diese alte Assoziation wurde heute im Rahmen moderner wissenschaftlicher Forschungen bestätigt.

Studien, die sich mit der Wirkung von Cordyceps auf Asthma-Patienten befassen, zeigen beispielsweise, dass Cordyceps zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit mittelschwerem bis schwerem anhaltendem Asthma beitragen kann. Eine weitere Studie zeigte darüber hinaus, dass diejenigen Teilnehmer, die während der dreimonatigen Studie Cordyceps erhielten, nicht nur eine höhere Lebensqualität als die Kontrollgruppe hatten, sondern auch geringere Entzündungswerte aufwiesen, was anhand von Serummarkern wie beispielsweise IgE gemessen wird.

Cordyceps kann nicht nur das Leben von Menschen verbessern, die an Asthma leiden. Eine Studie zeigte, dass auch Menschen mit COPD von einer Supplementierung mit dem Pilz profitieren können. Die Einnahme von Cordyceps trug nicht nur zur Optimierung der Lungenfunktion bei, sondern auch zur Verbesserung der Belastbarkeit, von typischen COPD-Symptomen wie Atemnot, chronischem Husten und Müdigkeit sowie der allgemeinen Lebensqualität von Menschen, die an COPD leiden.

Für Cordyceps gibt es keine standardmäßige Dosierempfehlung. Um die Lungengesundheit zu verbessern, werden üblicherweise täglich etwa 1.000 bis 3.000 mg eingenommen. Wem diese Dosis für den rohen Pilz zu unerreichbar erscheint, kann den Cordyceps-Pilz auch als hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln oder Pulver einnehmen.

Die Wichtigkeit eines optimal funktionierenden Atmungssystems und einer gesunden Lunge kann nicht überbewertet werden. Glücklicherweise können Sie Ihre Lungengesundheit auf natürliche Weise mit Vitamin A, Vitamin C, rotem Ginseng und Cordyceps verbessern.

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