checkoutarrow
CH
24-Stunden-Hilfe
beauty2 heart-circle sports-fitness food-nutrition herbs-supplements
Wellness

Das Carotin-Wunderkind - Astaxanthin

26 April 2017

Es existieren über 400 Vertreter der Familie des Naturfarbstoffs Carotin. Früher hielt man Carotin für umso gesünder, je besser der Körper es in Vitamin A umwandeln konnte. So galt beispielsweise Beta-Carotin, jenes für die Orangefärbung von Karotten verantwortliche Pigment, als die beste Vitamin-A-Quelle, und es wurde lange für das wichtigste Carotin gehalten. Heute hingegen ist bekannt, dass einige der für den Menschen wertvollsten Carotine vom Körper überhaupt nicht in Vitamin A umgewandelt werden können. Das neue Wunderkind unter den Carotinen, die nicht Vorstufen für Vitamin A sind, heißt Astaxanthin. Es bietet ein einzigartiges Wirkspektrum zur Förderung der Gesundheit und zum Schutz vor Zellschäden, insbesondere in Gehirn und Gefäßsystem.

Wo kommt Astaxanthin in der Natur vor?

Das Carotin Astaxanthin ist ein dunkelroter Farbstoff, der vor allem in Meereslebewesen vorkommt. Als wichtigste Quelle für Astaxanthin gilt die so genannte Blutregenalge (Haematococcus pluvialis). Nehmen Lachse, Hummer, Krabben, Krill und andere Meerestiere diese Algenart über die Nahrung auf, sorgt der intensive rote Farbstoff dafür, dass sich Fleisch oder Schale dieser Tiere rot oder rosa färben.

Astaxanthin ist für das Überleben dieser Organismen von essentieller Bedeutung. Mikroalgen beispielsweise benötigen das Pigment, um sich vor Schäden während der Photosynthese zu schützen. Außerdem wurde nachgewiesen, dass junge Lachse bei Astaxanthinmangel sterben oder ihre Entwicklung beeinträchtigt ist. Ebenso schützen sich manche Tiere mithilfe von Astaxanthin, da sie in tiefem Wasser, in das der rote Spektralbereich des sichtbaren Lichts nicht hinabreicht, schlechter sichtbar sind. Der rote Farbstoff spielt zudem eine wichtige Rolle beim Paarungs- und Laichverhalten.

Wie wird Astaxanthin hergestellt?

Astaxanthin kommt zwar in Lachs, Heringsrogen oder Krillöl-Präparaten vor, ist dort jedoch in viel geringeren Mengen enthalten als in Extrakten von H. pluvialis. So beträgt beispielsweise der natürlich vorkommende Astaxanthingehalt in einer Fischöl- oder Krillölkapsel etwa 100 μg (0,1 mg). Dies ist sehr wenig im Vergleich zum Gehalt von 4 bis 12 mg pro Kapsel, die in den meisten aus H. pluvialis gewonnenen Astaxanthin-Präparaten enthalten sind. 

Um bei der Herstellung von natürlichem Astaxanthin die höchste Qualität zu gewährleisten, wird H. pluvialis in großen geschlossenen Systemen unter idealen Bedingungen kultiviert, wodurch die Astaxanthin-Produktion angeregt und Umweltverschmutzung vorgebeugt wird. Das Astaxanthin wird anschließend von der dicken Zellwand der Alge gelöst und konzentriert.

Es existieren weitere Astaxanthin-Quellen auf dem Markt, allerdings erfolgt deren Herstellung entweder mittels chemischer Synthese oder mithilfe genetisch veränderter Hefe (Phaffia rhodozyma). Gezüchtetem Lachs wird häufig synthetisch hergestelltes Astaxanthin mit dem Futter zugeführt, um eine rötliche Färbung des Fleisches zu erreichen. Diese Form von Astaxanthin ist allerdings keineswegs mit natürlichem Astaxanthin zu vergleichen, da es gegenüber diesem nachweislich eine zwanzig Mal schwächere antioxidative Wirkung hat.

Wie wirkt Astaxanthin?

Es gleicht geradezu einem Klischee, zahlreiche Naturstoffe als Antioxidantien zu bezeichnen. Ja, Astaxanthin hat eine antioxidative Wirkung und beugt oxidativen Schäden vor, die unter anderem zu Zellalterung, Insulinresistenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer beitragen. Und ja, dies trifft auch für viele andere Antioxidantien zu. Doch Astaxanthin unterscheidet sich in gewisser Hinsicht von anderen Antioxidantien und bietet zusätzliche Vorteile in punkto Zellschutz.

Erstens: Was allgemeine antioxidative Vorgänge zum Schutz von Zellmembranen anbelangt, so ist Astaxanthin mehr als 65 Mal stärker als Vitamin C, 50 Mal wirksamer als Beta-Carotin und 10 Mal wirksamer als Vitamin E. Zweitens beruht die Einzigartigkeit von Astaxanthin auf dessen Größe und der Art und Weise, wie es sich in Zellmembranen einfügt. Es ist deutlich größer und länger als andere bekannte Carotine. Aufgrund seiner Größe und Form lässt es sich in Zellmembranen integrieren und erstreckt sich über die gesamte Dicke der Zellmembran. So schützt Astaxanthin nicht nur die innere und äußere Zellmembran vor oxidativen Schäden, sondern stabilisiert zugleich die Zellmembranen.

Astaxanthin ist außerdem für seine besonders entzündungshemmende Wirkung bekannt, weshalb es für den Schutz von Gehirn- und Gefäßzellen vor Schäden von großem Nutzen ist. Da Astaxanthin das Membransystem von Mitochondrien (den Kraftwerken der Zellen) wirksam schützt, kann es zur Steigerung der Energieerzeugung in den Zellen beitragen.

Für welche Anwendungsgebiete eignet sich Astaxanthin?

In mehr als 50 klinischen und experimentellen Studien konnte Astaxanthin eine potenziell gesundheitsfördernde Wirkung in folgenden Bereichen zugeschrieben werden:

  • Herz-Kreislauf-System: Es schützt die Gefäßwände, verbessert die Durchblutung und bewahrt LDL-Cholesterin vor Oxidation (Schädigung).
  • Augen: Es schützt die Augen vor Ermüdung, verbessert Sehkraft und Tiefenwahrnehmung, und es steigert die Durchblutung im Augengewebe.
  • Gehirn: Es schützt vor Alterung und verbessert die Hirnfunktionen.
  • Sportliche Aktivitäten: Es fördert die Ausdauer der Muskeln und schützt vor Muskelschäden.
  • Diabetes, Insulinresistenz und Metabolisches Syndrom: Es trägt zur Steigerung des Antioxidantienspiegels und zum Schutz vor Gefäßschäden bei.
  • Haut: Es reduziert kleine Fältchen und Falten, steigert die Elastizität der Haut, schützt vor Schäden durch Sonneneinwirkung und beugt Altersflecken und Hyperpigmentierung vor.
  • Immunsystem: Es schützt vor Schäden an Immunzellen.

Eine der besonderen Eigenschaften von Astaxanthin ist seine Fähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke und Blut-Augen-Schranke zu überwinden, um Gehirn und Augen zu schützen. Diese Wirkung ist für Carotine recht ungewöhnlich. Bekannte Carotine wie Beta-Carotin und Lycopin etwa können keine der beiden Schranken passieren. Dies legt die Vermutung nahe, dass Astaxanthin in besonderer Weise die Gesundheit von Gehirn und Augen fördert und wirksam vor Alzheimer-Erkrankung, Makuladegeneration und anderen degenerativen Erkrankungen von Gehirn und Augen schützt. Natürlich besitzt Astaxanthin noch weitere gesundheitsfördernde Wirkungen. Meiner Meinung nach ist es jedoch jene Fähigkeit zur Überwindung der Blut-Hirn- und Blut-Augen-Schranke, die Astaxanthin zu etwas ganz Besonderem macht.

Darüber hinaus hat Astaxanthin eine interessante Wirkung auf red Blood Cells (rote Blutkörperchen). Da red Blood Cells (RBCs) (rote Blutkörperchen (Erythrozyten)) mit dem Alter anfälliger für Schäden durch oxidativen Stress werden, kann die Sauerstoffversorgung des Gewebes zunehmend beeinträchtigt sein. Die Wirkung von Astaxanthin auf Zellmembrane von Erythrozyten, kann von großer Bedeutung sein. In einer 2011 durchgeführten klinischen Doppelblindstudie erhielten 32 gesunde Probanden im Alter von 50-69 Jahren (n = 30) für einen Zeitraum von 12 Wochen Astaxanthin (6 mg/Tag oder 12 mg/Tag) oder ein Placebo. Im Ergebnis bewirkte die Verabreichung von Astaxanthin in beiden Dosierungen bei Erythrozyten eine Reduzierung von oxidativ bedingten Schäden, wobei bei der höheren Dosierung kein stärkerer Effekt festgestellt wurde. Diese Wirkung ist möglicherweise von besonderer Bedeutung, zumal eine weitere Studie von 2011 ergab, dass Astaxanthin (6 mg pro Tag über einen Zeitraum von 10 Tagen) die Durchblutung signifikant verbessern konnte. Dieses Ergebnis ist insofern von besonderer Bedeutung, da die Verbesserung der Sauerstoffzufuhr im gesamten Körper eine ganze Bandbreite positiver Wirkungen nach sich ziehen kann.

Wie wird Astaxanthin dosiert?

Die Dosierung von Astaxanthin beträgt zwischen 4 und 12 mg pro Tag.

Welche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können bei Einnahme von Astaxanthin auftreten?

Es sind bei den empfohlenen Dosierungen keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt.

References:

  1. Ambati RR, Phang SM, Ravi S, Aswathanarayana RG. Astaxanthin: sources, extraction, stability, biological activities and its commercial applications–a review. Mar Drugs. 2014 Jan 7;12(1):128-52.
  2. Fassett RG, Coombes JS. Astaxanthin in cardiovascular health and disease. Molecules. 2012 Feb 20;17(2):2030-48
  3. Kidd P. Astaxanthin, cell membrane nutrient with diverse clinical benefits and anti-aging potential. Altern Med Rev. 2011 Dec;16(4):355-64

Ähnliche Artikel

Alle anzeigen

Wellness

Gesundes Abendritual für Kinder

Wellness

5 häufige Mineralmängel

Wellness

Setzen Sie Ihre innere Uhr zum Jahrszeitwechsel zurück