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Gesundheitszustände

Tinnitus – Natürliche Medizin gegen Ohrgeräusche

20 September 2017

Tinnitus bezieht sich auf ein konstantes Klingeln, Rauschen, Klicken oder Zischen im Ohr. Die Krankheit ist sehr verbreitet, wobei allein in den USA Millionen von Menschen unter Tinnitus leiden. Ein schwerer Tinnitus kann bei Betroffenen Probleme mit dem Gehör, bei der Arbeit oder beim Schlafen verursachen. Als Ursachen von Tinnitus kommen Hörverlust, Belastung mit lauten Geräuschen oder Medikamente (insbesondere valiumartige Medikamente [Benzodiazepine] sowie nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente wie Aspirin und Ibuprofen) infrage. Tinnitus kann außerdem als Symptom anderer gesundheitlicher Probleme auftreten, wie beispielsweise von Allergien, hohem bzw. niedrigem Blutdruck oder Tumoren sowie von Problemen am Herzen, an den Blutgefäßen, am Kiefer oder am Hals sein.

Tinnitus mit natürlichen Medikamenten behandeln

Zu den einfachsten Möglichkeiten zur Behandlung von Tinnitus zählen die Identifizierung und Beseitigung der Ursache. Wenn das Klingeln im Ohr aufgrund einer langzeitigen Belastung mit Lärm oder zu lauter Musik, von Tauchdruck oder anderer Ursachen entstanden ist, bei der das Trommelfell beschädigt wurde, ist die Krankheit schwieriger zu behandeln. Allerdings haben einige Studien gezeigt, dass in diesen Fällen eine Nahrungsergänzung mit Magnesium helfen kann (dreimal täglich 150 bis 250 mg). Weitere natürliche Arzneimittel, die sich als nützlich erwiesen haben, sind:

  • Zink. Eine Nahrungsergänzung mit Zink (täglich 20 bis 30 mg) kann Tinnitus bei Individuen mit Zinkmangel – ein häufiges Phänomen bei vielen Tinnitusfällen – mildern oder sogar ganz abklingen lassen.
  • Ginkgo Biloba Extrakt. Die Ergebnisse aus doppelblinden Studien mit Ginkgo Biloba Extrakt (GBE) sind widersprüchlich. Menschen, die erst kurz vor der Behandlung an Tinnitus erkrankt sind, schlagen eher auf eine Behandlung mit GBE an, als diejenigen, die bereits drei Jahre zuvor an Tinnitus erkrankt sind. Die Dosierung beträgt 240 bis 320 mg pro Tag.
  • Vitamin B12. Nahezu die Hälfte der Tinnitus-Patienten leidet unter einem Vitamin-B12-Mangel. Viele Menschen mit niedrigem B12-Spiegel erfahren ein vollständiges Abklingen ihres Tinnitus, wenn Vitamin B12 in Form von Methylcobalamin zugeführt wird. Nehmen Sie einen Monat lang 3.000-5.000 mcg und reduzieren Sie die Dosis dann auf 1.000 mcg täglich als Erhaltungsdosis.

Melatonin bei Tinnitus

Das neueste natürliche Produkt, das sich als vielversprechend bei der Behandlung von Tinnitus herausgestellt hat, ist Melatonin. Im Rahmen der detailliertesten am Ohio State University Eye and Ear Institute durchgeführten Studie, wurden einundsechzig Erwachsene mit chronischem Tinnitus randomisiert, um jeden Abend über einen Zeitraum von 30 Tagen 3 mg Melatonin oder ein Placebo zu erhalten, gefolgt von einer einmonatigen Eliminationszeit vor dem Umstieg auf eine andere Behandlung . Die Ergebnisse zeigten eindrucksvoll, dass Melatonin mit einer statistisch signifikanten Abnahme der Tinnitusintensität und einer verbesserten Schlafqualität bei Patienten mit chronischem Tinnitus assoziiert war. Melatonin war am effektivsten bei Männern mit schwererem und bilateralem Tinnitus bzw. bei denen, die in der Vergangenheit unter einer Lärmbelastung gelitten haben.

Forscher glauben, dass die Verbesserung der Schlafqualität eine der Arten ist, auf die Melatonin bei Tinnitus wirkt. Das ist ein interessanter Wirkmechanismus, zumal Tinnitus oft eine Nebenwirkung verschreibungspflichtiger Schlafmittel ist. Andere Nachweise deuten darauf hin, dass Melatonin dabei helfen kann, die Funktion des Innenohrs zu verbessern. Zum Beispiel wurde in einer Studie gezeigt, dass Melatonin Schutz gegen Innenohrschäden bietet, die durch verschiedene Medikamente wie Antibiotika und Chemotherapeutika verursacht wurden. In einer Studie hat sich Melatonin als bis zu 150 Mal effektiver bei der Begrenzung von Nebenwirkungen von Medikamenten im Innenohr erwiesen, als eine Mischung aus Antioxidantien, Vitamin C und E, Glutathion und N-Acetylcystein. Angesichts der Tatsache, dass Medikamente oft eine Ursache für Tinnitus sind, könnte es sinnvoll sein, dass jeder, der ein Medikament einnimmt, das Tinnitus verursachen kann, gleichzeitig Melatonin einnehmen sollte, um die Funktion des Innenohrs zu schützen und möglicherweise Tinnitus zu verhindern.

Melatonin and Vitamin B12

Vitamin B12 ist zur Gewährleistung einer reibungslosen Melatoninproduktion und -wirkung erforderlich. Wenig überraschend sind die Ergebnisse von Forschern, die besagen, dass ein Melatonin- bzw. B12-Mangel im Blut mit Tinnitus assoziiert ist. Wenn sowohl die Melatonin- als auch B12-Werte niedrig sind, ist die Assoziation noch signifikanter.

Tinnitus ist nicht die einzige Krankheit, die mit einem niedrigen Vitamin-B12-Spiegel aufgrund von Alterung verbunden ist. In mehreren Studien wurde festgestellt, dass der Vitamin-B12-Spiegel mit dem Alter abnimmt, und dass ein Mangel an Vitamin B12 bei bis zu 40 % der Personen über 65 Jahren auftritt. Der Mangel kann das Ergebnis einer reduzierten Aufnahme über die Nahrung sein, eine wahrscheinlichere Erklärung ist jedoch, dass mit zunehmendem Alter die Ausscheidung einer Verbindung abnimmt, die unter dem Begriff „intrinsischer Faktor“ bekannt ist, welche die B12-Absorption erleichtert. Niedrige Vitamin-B12-Spiegel können in jedem Alter verheerende Auswirkungen haben, bei älteren Menschen kann es jedoch zu erheblichen Beeinträchtigungen der Nervenfunktion sowie der geistigen Kapazität führen. Tinnitus kann für viele ältere Leute die Spitze des Eisbergs darstellen, wenn die Krankheit auf einen niedrigen Vitamin-B12-Spiegel zurückzuführen ist. 

Eine Studie, die von der Royal Belgian Society für Ohren-, Nasen-, Hals-, Kopf- und Nackenchirurgie veröffentlicht wurde, untersuchte den Vitamin-B12-Blutspiegel bei 100 aufeinanderfolgenden ambulant behandelten älteren Patienten, die aufgrund von verschiedenen akuten und chronischen Krankheiten untersucht wurden. Sie fanden heraus, dass bei 11 Patienten der B12-Spiegel im Serum bei 148 pmol/l oder darunter lag – was den untersten Wert für einen Vitamin-B12-Mangel darstellte. 30 Patienten hatten Werte zwischen 148 und 295 pmol/l und 59 Patienten hatten Werte von über 296 pmol/l. Nach der Erstbestimmung wurden die Patienten über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren überwacht. Die Patienten mit B12-Werten unter 148 pmol/l wurden behandelt, jedoch nicht in die Analyse der rückläufigen Cobalaminspiegel einbezogen. Der durchschnittliche jährliche Rückgang betrug 18 pmol/l für Patienten mit höherem anfänglichem B12-Spiegel, für Patienten mit niedrigeren B-12-Anfangswerten war der durchschnittliche jährliche Serumabfall viel höher und lag bei 28 pmol/l.

Diese Ergebnisse zeigen, dass die Messung des Vitamin-B12-Gehalts im Blut (Serum Cobalamin) oder die Messung der Ausscheidung von Methylmalonsäure im Harn als Screening-Tests für Vitamin B12-Mangel bei älteren Patienten sinnvoll erscheint. Alternativ würde ich allen Personen über 65 Jahren oder Vegetariern jeden Alters empfehlen, Methylcobalamin, die aktive Form von Vitamin B12, in einer Dosierung von 1.000 bis 3.000 mcg täglich einzunehmen. Anmerkung: Diese hohe Dosis umgeht für den intrinsischen Faktor die Notwendigkeit, die Aufnahme zu unterstützen.

Vitamin B12 ist in verschiedenen Formen erhältlich. Die häufigsten Formen sind Cyanocobalamin und Hydroxocobalamin, aber diese beiden Formen müssen vom Körper in Methylcobalamin umgewandelt werden, was möglicherweise nicht das Beste für ältere Menschen ist, da viele eine reduzierte Fähigkeit haben, Cyanocobalamin und Hydroxocobalamin in Methylcobalamin umzuwandeln. Während Methylcobalamin in Alterungsmodellen bei Tieren zu einer signifikanten Erhöhung der Lebensdauer führte, hatte Cyanocobalam keine Wirkung. Methylcobalamin hat zudem bessere Ergebnisse in klinischen Studien gezeigt, als Cyanocobalamin und sollte daher als die beste verfügbare Form angesehen werden, wenn spezifische Vorteile von Vitamin B12 erwünscht sind.

Schlussbemerkungen

Es liegen wenige Forschungsergebnisse zu den diätetischen Faktoren bei Tinnitus vor – weil dabei einfach kein Geld zu verdienen ist. Wobei eine neue Studie, in der Daten aus dem Archiv der UK Biobank, einer groß angelegten Querschnittsstudie mit in Großbritannien ansässigen Erwachsenen im Alter von 40-69 Jahren, untersucht wurden, einige interessante Hinweise bietet. Die Auswertung des Lebensstils, der Lärmbelastung, des Gehörs, der Persönlichkeit und einigen weiteren Faktoren bei Patienten mit anhaltendem (oft oder konstant auftretendem) Tinnitus ergab, dass sich die Symptome nach dem Verzehr von Fisch reduzierten, was auf einen weiteren möglichen Nutzen einer Nahrungsergänzung mit  Fischöl hindeutet.

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